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Bänkelgesang: Es ist noch gar nicht so lange her, so vor ungefähr 100 bis 300 Jahre, da gab es weder Fernseher, noch Radio, noch eine Tageszeitung. Um die Leute zu unterhalten, waren auf den Jahrmärkten, Kirtagen und in den Wallfahrtsorten die Bänkelsänger unterwegs. Um gesehen zu werden, stellten sie sich auf ein erhöhtes Podest. Weil dieser einer Bank ähnelte, leitet sich auch die Bezeichnung Bänkelsänger ab. Schon von weitem war das Schild des Vorzutragenden zu erkennen: eine grell bemalte Leinwand, die, wie heutzutage der Comic, eine Geschichte erzählte. Der Phantasie des Bänkelsängers waren keine Grenzen gesetzt. Er sang von Naturkatastrophen, von dramatischen Liebesgeschichten, von Wundern, Familientragödien, von Mord und von anderen Dingen, die die Menschen aufwühlten, sie belehrten oder zum Staunen brachten. Da die Menschen seinerzeit nur wenige Bilder zu Gesicht bekamen und viele auch nicht lesen konnten, war der Auftritt eines Bänkelsängers stets eine Attraktion. Begleitet wurde er von einer Fiedel, Harfe, Drehorgel oder Drehleier. Die Familie aber des Bänkelsängers, meist die Ehefrau und die Kinder, verkauften inzwischen die Papierblätter mit den jeweiligen Geschichten.
Drehleier: Die Drehleier gehört zu den Bordunmusikinstrumenten. Den Begriff Bordun gibt es seit dem Mittelalter und bezeichnet einen brummenden Baßton. Bei Dudelsack und Drehleier hört man gut den tiefen, gleich bleibenden, liegenden Baßton. Die Drehleier wurde und wird gerne zur Liedbegleitung oder als Tanzmusikinstrumt verwendet.
Werkelmann: Den Drehorgelspieler bezeichnet man in Wien als Werkelmann. Mit "Werkl" ist ein kleines Orgelwerk gemeint. Unter Kaiserin Maria Theresia wurde eine Lizenz für Kriegsinvalide eingeführt. Einarmige, Blinde, Einbeinige und andere Kriegsversehrte erhielten eine kleine Drehorgel, mit der sie ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien verdienen konnten. Im Jahr 1838 gab es in Wien rund 800 Werkelmänner.
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